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zurück zu den diesjährigen Preisträgern

In der Ausschreibungsrunde 2012/2013 wurden insgesamt 37 Projekte für den T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds eingereicht. Aus 14 nominierten Projekten, haben folgende gewonnen:

1. Platz 2013. Bienenstand.at: Honigbienen und Bienensterben in Österreich

Hilfe für die Honigbienen. Mit dem Open Science Projekt Bienenstand.at will man dem Wintersterben der Bienenvölker auf die Spur kommen.

20.000 Euro Fördergeld (zu 66% vom TUN-Fonds gefördert)
Projekt eingereicht von Karl-Franzens-Universität Graz

Bienen sind die Baumeister der Natur. Sie übernehmen 80 Prozent der Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen, versorgen uns Menschen auf diese Wiese mit Obst, Gemüse und Getreide und erhalten die Arten- und Blütenvielfalt unserer Welt. Der wirtschaftliche Nutzen der Bestäubung ist enorm: mehr als 100 Mio. Euro pro Jahr allein in Österreich. Nicht zu vergessen auf den köstlichen Bienenhonig, der bereits seit mehr als 5000 Jahren in Form der Imkerei gewonnen wird.
Unsere 20.000 heimischen Imkereien und rund 350.000 Bienenvölker werden aktuell ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Weltweit und auch in Österreich kam es in den letzten Jahren zu einer hohen Wintersterblichkeit in den Bienenstöcken. Den letzten Winter haben beispielsweise ein Viertel der Bienenvölker nicht überlebt. Die Gründe sind vielfältig und liegen teilweise noch im Dunkeln. Genau hier setzt das interaktive Open Science Projekt Bienenstand.at an. Imkerinnen und Imker agieren als Sensoren der Wissenschaft und liefern aktuelle Daten und Erfahrungen aus ganz Österreich. Mit den gesammelten Daten können Risikoregionen und -faktoren für die Bienenhaltung identifiziert und konkrete Schritte gegen das Bienensterben gesetzt werden.

Nutzerinnen und Nutzer werden zu Forschenden
Das Herz von Bienenstand.at ist die offene Datenbank, die mithilfe einer Web-Applikation einfach bedient werden kann. Damit können alle Interessierten, erfahrene Imkerinnen und Imker, Schülerinnen und Schüler oder Studierende rasch auf den gesamten Erfahrungsschatz zurückgreifen, selbst dem Bienensterben auf die Spur kommen und eigene Erkenntnisse einbringen. Die wissenschaftliche Betreuung des vorerst fünfjährigen Projekts erfolgt durch die Karl-Franzens-Universität Graz. Langfristig werden die Erkenntnisse einen wichtigen Beitrag leisten, um das Überleben unserer fleißigen Honigbienen auch in Zukunft zu sichern.

2. Platz 2013. Caruso Carsharing Mobile Anwendungen helfen beim Auto teilen

Carsharing leicht gemacht. Das Vorarlberger Vorzeigeprojekt Caruso setzt auf bequeme Lösungen und macht carsharing für eine breite Zielgruppe attraktiv.

15.000 Euro Fördergeld (zu 75% vom TUN-Fonds gefördert)
Projekt eingereicht von Caruso Carsharing, Bregenz

Parkplatznot, Feinstaub, CO2-Emissionen oder Staus sind Probleme, für die der Individualverkehr seit jeher maßgeblich verantwortlich ist. Carsharing-Modelle sind aus diesen Gründen international auf dem Vormarsch. Wer das eigene Auto gemeinsam mit anderen nutzt, kann dabei bis zu acht private PKWs einsparen und den persönlichen CO2-Ausstoß um rund 290 Kilogramm pro Jahr reduzieren. Doch gerade für Leute, die einfach und unkompliziert ein Auto in der Nachbarschaft teilen wollen, fehlen bislang intelligente Konzepte. Mit Caruso Carsharing wurden verschiedene Tools entwickelt, mit denen Privatpersonen, Firmen und Gemeinden einfach in die Welt des Carsharings einsteigen und insbesondere den Einsatz von Elektroautos fördern können: Online-Buchung, elektronisches Fahrtenbuch, Vermittlungsplattform, Musterverträge, Versicherungslösungen und vieles mehr sorgen für reibungslose Abläufe.

Das Smartphone – dein persönlicher Mobilitätsassistent
Die Ansprüche von Caruso Carsharing sind ein kostengünstiges System, das einfach und nutzerfreundlich sowie modular und flexibel aufgebaut ist. Da moderne Informations- und Kommunikationstechnologie für effizientes Carsharing essentiell ist, soll nun eine mobile Website die Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer nach mehr Flexibilität erfüllen. Von der Reservierung und dem Öffnen des Autos bis zur Kontrolle der Batterieladung (für E-Autos) entwickelt Caruso Carsharing derzeit bequeme Lösungen für eine noch größere Anzahl von Nutzergruppen, die per Smartphone Anwendung finden sollen.
Caruso wurde von drei Privatpersonen bzw. Einpersonen-Unternehmen initiiert und im Rahmen des Change-Lab der Talente-Genossenschaft (jetzt Allmenda social business e.Gen.) entwickelt.

3. Platz 2013. Green Mobility: umweltfreundliche Gehäuse für mobile Endgeräte

Öko-Handys made in Austria. Umweltfreundliche Gehäuse für Handys werden beim Projekt „Green Mobility“ entwickelt. Produziert werden sie in Österreich.

12.000 Euro Fördergeld (zu 24% vom TUN-Fonds gefördert)
Projekt eingereicht von Rupert Wimmer, Institut für Naturstofftechnik, IFA Tulln

Aktuell sind über fünf Milliarden Handys weltweit in Gebrauch und auch Tablets oder eBook Reader erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gleichzeitig verkürzen sich die Produktlebenszyklen der Geräte durch technische Innovationen und immer neue Modelle drastisch. Die geringe Nachhaltigkeit mobiler Kommunikationsgeräte stellt ein gravierendes ökologisches Problem dar. Neben der Hardware, die in der Produktion und Herstellung massive Umweltauswirkungen hat, besteht ein Handy aus thermoplastischen Kunststoffen, Silikon oder Polyvinylchlorid (PVC). Die Herstellung dieser Kunststoffe basiert auf Erdöl, ist sehr energieaufwendig und die Entsorgung umweltbelastend. So entstehen beim Verbrennen der PVC-basierten Komponenten beispielsweise giftige und krebserregende Stoffe wie Dioxine und Furane.

Eine neue Generation „grüner“ Handys
Die bisherigen „Öko-Handys“ haben in vielen Fällen weder den technischen Erfordernissen noch den Ansprüchen der Kundinnen und Kunden genügt und waren darüber hinaus auch aus ökologischer Sicht nicht zufriedenstellend. Aus diesem Grund setzt das Projekt „Green Mobility“ mit konkreten Forschungs- und Entwicklungsimpulsen auf neue umweltfreundliche Gehäuse für die mobilen Geräte der Zukunft. Die vorgeschlagenen Werkstoff-Varianten des Instituts für Naturstofftechnik der IFA Tulln setzen unter anderem auf Nebenprodukte wie Molke für die Herstellung von Polymilchsäure sowie Holzfasern bzw. kleine Holzpartikel, die aus geringwertigen Holzsortimenten stammen und eine überzeugende Ökobilanz vorweisen. Darüber hinaus sind die nachhaltigen Handys „Made in Austria“ - von den Rohstoffen aus der Land- und Forstwirtschaft bis zur Weiterverarbeitung in spezialisierten und weltweit führenden Klein- und Mittelbetrieben.

Sieger der Schulprojekte 2013

Wildtiere online aufspüren. „Animal Tracking“ ermöglicht die Beobachtung von seltenen Tierarten via Internet. Mit Daniel Dachs auf Entdeckungsreise. Bei den "NaturScouts" wird mittels E-Learning das Interesse für Natur und Umwelt geweckt.

Animal Tracking
1.500 Euro Fördergeld (zu 100% vom TUN-Fonds gefördert)
Projekt eingereicht von Andreas Tockner, HTBL Klagenfurt

Das Erfolgsgeheimnis der Natur lautet Vielfalt: Je mehr Tier- und Pflanzenarten es gibt, desto höher die Chance, dass Anpassung und Fortpflanzung gelingen und Leben weiter besteht. Das gilt beispielsweise auch für extreme Veränderungen wie etwa den globalen Klimawandel. Die Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme – sie ist die Lebensversicherung der Natur und letztendlich auch für uns Menschen. Trotzdem gelten allein in Österreich heute mehr als 33 Prozent der Wirbeltierarten und 40 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet. Damit Artenschutzprogramme funktionieren, ist es zuerst notwendig, Informationen über das Vorkommen und die Lebensweise von bedrohten Tieren und Pflanzen zu sammeln.

Maturaarbeit für den Artenschutz
Das Projekt “Animal Tracking” stellt die Technologie zur Verfügung, um Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Ein kleines Gerät in der Größe einer Zündholzschachtel, das mittels Halsriemen am Tier befestigt wird, sendet die aktuellen GPS-Koordinaten übers Internet. In Forschung, Jagd oder Naturschutz Tätige und Interessierte wissen dann über den aktuellen Aufenthaltsort Bescheid und können so die Lebensweise der Wildtiere studieren.

Gute Dienste leistet die handliche Kombination aus GPS-Empfänger und GSM-Sender aber auch beim Wandern und Spazierengehen. Höhenprofile und Wegstrecken können erstellt werden und findet man etwa einen lukrativen Schwammerlplatz, kann die exakte Position gleich via Internet an Freunde und Bekannte geschickt werden. „Animal Tracking“ unterscheidet sich von anderen GPS-Geräten durch die lange Akkulaufzeit, das handliche Design und den günstigen Preis. Entwickelt und realisiert wird das innovative Projekt als Maturaarbeit an der HTBL Klagenfurt.

Naturscouts
1.500 Euro Fördergeld (zu 100% vom TUN-Fonds gefördert)
Projekt eingereicht von Otmar Winder, Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark

Es sind die Kindheitserfahrungen, die uns prägen. Kein Wunder also, dass die Liebe zur Natur meist in jungen Jahren geweckt wird und dann ein Leben lang andauert. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer vernetzten und multimedialen Welt auf. Bei zu viel Facebook und Co. kann das Naturerlebnis schon mal zu kurz kommen. Dabei müssen World Wide Web und Natur-Begeisterung kein Widerspruch sein!

Das Schulprojekt NaturScouts in der Steiermark will jungen Menschen von sieben bis 14 Jahren die Augen für die Schönheiten der Natur öffnen sowie Kreativität und Forschergeist im Umgang mit Tieren und Pflanzen fördern. Ob im Biologie-, Geografie-, Sprach- oder Sachkundeunterricht - die E-Learning-Plattform kann den Unterricht bereichern oder Themen für Projekttage und Exkursionen bieten. Schülerinnen und Schüler werden zu „Naturscouts“, die ihre heimische Natur auf neuen Wegen erfahren und Unbekanntes oder auch schon Vergessenes entdecken.

Erst am Computer und dann hinaus in die Natur
Mit Hilfe von didaktisch aufbereiteten E-Learning-Methoden wird auch der Umgang mit dem PC schmackhaft gemacht. Nach einer spannenden Internetrecherche zu Themen wie Biomasse, Blumenwiese oder Moor geht es dann hinaus in die Natur, um gemeinsam mit dem Maskottchen Daniel Dachs Arbeitsaufträge, Spiele und Untersuchungen vor Ort durchzuführen. Die erworbenen Kenntnisse werden danach auf www.naturscouts.at weiter vertieft. Für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Schulstufe wurde zudem die Plattform MiniScouts eingerichtet. Die NaturScouts wurden vor drei Jahren vom Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark ins Leben gerufen und erfreuen sich eines regen Interesses. 35.000 Zugriffe auf die NaturScouts-Homepage pro Jahr spiegeln die Begeisterung für das E-Learning-Projekt wider.