prev next

In der Ausschreibungsrunde 2015 wurden insgesamt 55 Projekte für den T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds eingereicht. Folgende vier Projekte haben gewonnen:

1.Platz 2015. Erntehilfe: Digitale saisonale Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft

Digitale Unterstützung für die saisonale Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft.

saisonarbeitskraft.com

20.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Arnold Hoffmann

Für die saisonale Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft gibt es noch keine digitale Unterstützung, obwohl sowohl auf Seiten der Landwirte als auch der Arbeitskräfte Informationsbedarf besteht. Weder können sich Landwirte ein Bild von der Qualifikation von Arbeitern machen, noch Saisonarbeiter von Arbeits- und Unterkunftsbedingungen potenzieller Arbeitgeber. Das bringt Probleme auf beiden Seiten, die viel Ernte und Umsatz kosten können.

Das Projekt Erntehilfe schafft eine digitale Plattform, die Profile von europäischen Landwirten und Arbeitern enthält. Der Landwirt kann über die Suchfunktion Arbeiter finden, deren Profile seine Anforderungen erfüllen. Saisonarbeiter sehen sich Profile und Bewertungen der Landwirte an und können Lohn und bereitgestellte Unterkunft im Vorhinein sehen.

Bestätigen beide Seiten eine Reservierung, können Kontaktdaten freigegeben werden. Nach Saisonende kommt es zu einer gegenseitigen Bewertung der Richtigkeit der Angaben in den Profilen, Arbeitsleistung, Qualität der Unterkunft u. a. mehr. So können Landwirte besser qualifizierte Arbeitskräfte finden, während Saisonarbeiter der großen Abhängigkeit (und potenziellem Missbrauch) von Vermittlungsagenturen entkommen können. Das Erntehilfe-Team bringt zum Aufbau der Plattform Erfahrungen aus Landwirtschaft, Agrarwissenschaften und Betriebswirtschaft mit.

2.Platz 2015. Traktor als Sensor: GPS-Sensoren in Traktoren liefern wertvolle Optimierungsdaten

Mit Hilfe von GPS liefern moderne Traktoren bei der Arbeit am Feld sehr genaue Daten über das Mobilfunknetz, die der Optimierung und Vernetzung von landtechnischen Systemen dienen.

agriopenlink.com

15.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Christian Aschauer

Entlang der landwirtschaftlichen Produktionskette erhält der Mensch zunehmende Unterstützung durch spezialisierte Landmaschinen wie Melkroboter oder Fütterungsautomaten. Auch computergestützte Planungs- und Informationssysteme tragen zur Entwicklung bei. In vielen landwirtschaftlichen Maschinen sind Messsysteme integriert, deren Daten jedoch oft nicht genutzt werden können.

Eine umfassende Nutzung solcher Daten kann in der Landwirtschaft großen Mehrwert durch höhere Erträge bei geringerer Belastung natürlicher Ressourcen bringen. Allerdings fehlt eine Vernetzung aller an einem Prozess beteiligten Geräte. Dazu entwickelt die Universität für Bodenkultur seit zwei Jahren mit den Partnern smartbow GmbH, Josephinum Research, Forschungszentrum Telekommunikation Wien, AgriOpenLink, ein offener Standard zur Vernetzung landtechnischer Systeme.

Mit Hilfe des TUN-Preises kann dabei ein zusätzliches Projekt realisiert werden, bei dem Traktoren als Sensoren agieren. Mit Hilfe von GPS können moderne Traktoren bei der Arbeit am Feld sehr genaue Daten über das Mobilfunknetz liefern, die der Optimierung von Prozessen dienen.

3.Platz 2015. Use Potential: Fertigkeiten von Flüchtlingen werden erhoben und vermittelt

Persönliche Fähigkeiten und Talente von Flüchtlingen zur Verbesserung ihrer eigenen Situation einbringen.

usepotential.com

12.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Julia Bachler

20 Millionen Menschen leben derzeit als Flüchtlinge im Ausland. In den meisten Fällen ist es diesen Menschen nicht möglich legal zu arbeiten. Damit geht volkswirtschaftliche Arbeitskraft verloren, während die betreffenden Personen in dauerhafter Abhängigkeit gehalten werden.

Das Projekt „Use Potential“ der Sozialunternehmerin Julia Bachler will diese Situation ändern, indem die Fertigkeiten von Flüchtlingen erkannt, erhoben und vermittelt werden. Use Potential soll es Menschen ermöglichen, ihre persönlichen Fähigkeiten und Talente zur Verbesserung ihrer Situation einzubringen. Dies soll eine Umgebung schaffen, in der Flüchtlinge gut und erfolgreich leben können und die Etikettierungen von „Hilfeleister“ und „Opfer“ überwunden werden können.

Praktisch bedeutet das, dass Flüchtlinge bei der Ankunft im Camp ihre wichtigsten Fähigkeiten zusammen mit ihren persönlichen Daten anmelden. Die so entstehende Datenbank kann von lokalen NGOs als Talentbörse für die Auswahl freiwilliger Mitarbeiter genutzt werden, die mittels Handy dazu eingeladen werden.

Mit Hilfe des TUN-Preises soll ein Testprojekt in Zusammenarbeit mit UNHCR, der Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen, durchgeführt werden.

Schulpreis 2015. Talentify.me: Mit Peer-to-peer-Lernen individuelle Talente fördern

Schülerinnen und Schüler werden zu Vorbildern, soziale Kompetenzen werden entwickelt und sozialer Zusammenhalt gefördert.

talentify.me

3.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Bernhard Hofer

Gute Noten und die Wahl der Schulform hängen stark vom Bildungsniveau und Einkommen der Eltern ab. Während AHS-Schülerinnen und -Schüler zu 78 Prozent aus Akademikerfamilien stammen, befinden sich die Kinder aus so genannten „bildungsfernen“ Schichten zu 83 Prozent in Haupt- und Mittelschulen.

Ein Haushalt gibt durchschnittlich 660 Euro für Nachhilfe aus, österreichweit rund 120 Millionen Euro pro Jahr. Für die Hälfte der Haushalte ist dies eine finanzielle Belastung. 100.000 Eltern, die Bedarf sehen, können sich dies für ihre Kinder nicht leisten.

Das Projekt talentify.me will diese Situation durch Peer-to-peer Lernen und eine außerschulische Akademie zur Förderung individueller Talente verbessern. Schülerinnen und Schüler werden dadurch zu Vorbildern, soziale Kompetenzen werden entwickelt und sozialer Zusammenhalt gefördert. Durch talentify.me wird eine nachhaltige Peer-to-peer-Onlineplattform entwickelt, die jungen Menschen hilft, ihr volles Potenzial unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund der Eltern zu entfalten.

Das Projekt wird von dem vierköpfigen Team des Sozialunternehmens talent 2 talent seit Frühjahr 2014 entwickelt. Derzeit sind auf der Plattform im „Beta-Status“ bereits 1000 Schülerinnen und Schüler und 100 Schulen aktiv.