prev next

In der Ausschreibungsrunde 2016 wurden insgesamt 69 Projekte für den T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds eingereicht. Folgende vier Projekte haben gewonnen:

1. Platz 2016. InterprAID: Onlineplattform für Dolmetschen und interkulturelles Mitteln

Professionelle Dolmetscher im sozialen Bereich als finanziell tragbare Standardpraxis mittels mobiler Kommunikationstechnologie.

20.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Matthias Monreal

Sprachbarrieren führen dazu, dass Menschen in Not ihr Anliegen nicht kommunizieren können. Missverständnisse in Asylverfahren oder medizinischer Behandlung können schwerwiegende Folgen haben und verursachen erhebliche Kosten. Doch bislang war der Einsatz von professionellen Dolmetschern gerade im sozialen Bereich sehr limitiert, insbesondere aufgrund des hohen Zeit- und Verwaltungsaufwands.

Das Projekt „InterprAID“ ist eine innovative Onlineplattform für Dolmetschen und interkulturelles Mitteln in sozialen Einrichtungen. Dolmetscher mit eigener Migrationsbiographie können über die Web-App gebucht und per Video-Call ortsunabhängig auf jedem Endgerät erreicht werden. So können NGOs, Behörden und Krankenhäuser für die Kommunikation mit Flüchtlingen und Migranten kostengünstig, zeitnah und überall Unterstützung finden. Im Kern der Lösung befinden sich der Einsatz von mobiler Kommunikationstechnologie und ein innovativer Marktplatz-Ansatz. Diese machen das Dolmetschen in sozialen Einrichtungen erstmals als finanziell tragbare Standardpraxis möglich.

Mit Hilfe des TUN-Fonds kann das Projekt durch eine Marketing-Kampagne einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Zudem strebt interprAID die Programmierung einer App zur optimierten Nutzung auf Smartphones sowie die langfristige Internationalisierung an.

2. Platz 2016. Be.Energised: Management- und Abrechnungsplattform für intelligente Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Intelligente Ladeinfrastrukturen zur Förderung von Umstieg auf elektrifizierte Mobilität ohne ein Kosten- oder Betriebsrisiko einzugehen.

15.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Lukas Bauer

Viele Besitzer von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sind derzeit nicht in der Lage, aus ihren Investitionen Erlöse zu erzielen. Dies ist für den langfristigen Betrieb und weiteren Infrastrukturausbau jedoch unerlässlich. Gründe hierfür sind zum einen fehlende Softwarelösungen, die auch die Bedürfnisse privater Betreiber und kleinerer und mittlerer Unternehmen ansprechen, sowie zum anderen die hohen Kosten für bestehende Lösungen.

Die kostenlose Software-as-a-Service Lösung "Be.Energised Community" ist eine Management- und Abrechnungsplattform für intelligente Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Sie ermöglicht es jedem privaten Haushalt sowie KMUs, Konzernen, Gemeinden und Städten eine intelligente Ladeinfrastruktur zu verwalten und Gewinn zu erlösen - ganz ohne administrativen Aufwand.
Der Besitzer der intelligenten Ladeinfrastruktur verbindet diese kostenlos mit der Plattform und kann dadurch zum einen weiterhin selbst gratis laden, zum anderen im Sinne der Sharing Economy allen anderen Elektroautofahrern die Ladestation kostenpflichtig zur Verfügung stellen. Die Plattform übernimmt dabei alle damit verbundenen Aufwände, von der kommerziellen Verwaltung bis zur automatisierten Abrechnung.

So kann jeder vom Umstieg auf elektrifizierte Mobilität profitieren ohne ein Kosten- oder Betriebsrisiko einzugehen.

3. Platz 2016. Speech to text device: Augmented Reality Text-Displaygerät für gehörgeschädigte Menschen

Die von In-Ear-Mikrophonen aufgenommene Sprache wird online mit Hilfe von serverbasierten Lösungen in Text umgewandelt und mittels Displaygerät im Sichtfeld des Anwenders eingeblendet.

12.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Burgi Recheis

Gehörlose und hochgradig gehörgeschädigte Menschen sind in der Kommunikation mit hörenden Menschen auf zusätzliche Kompetenzen wie Kenntnis der Gebärdensprache oder diverse technische Hilfsmittel angewiesen. Durch bestehende Barrieren entstehen ihnen vor allem bei der Ausbildung und der beruflichen Weiterentwicklung gravierende Nachteile.

Die Innovation von „Speech to text device“ ermöglicht gehörgeschädigten Menschen in einem unabhängigeren Maße an der hörenden, sprechenden Welt teilzunehmen. Die Technologie setzt zur Kompensation auf einen völlig anderen, intakten Sinn - das Sehen. Ein tragbares Augmented Reality-Displaygerät blendet dabei Informationen im Sichtfeld des Anwenders ein. Die von In-Ear-Mikrophonen aufgenommene Sprache wird online mit Hilfe von serverbasierten Lösungen in Text umgewandelt. Integrierte LTE-Module ermöglichen eine standortunabhängige Nutzung der Brille. Die Transkription wird via Bluetooth nur für den Träger sichtbar auf der Brille eingeblendet. Das Produkt ermöglicht Gehörlosen, gesprochene Informationen textuell zu erfassen, die Position der Sprecher zu bestimmen sowie verschiedene Sprecher zu unterscheiden.

Mit Hilfe der Fördergelder des TUN-Fonds kann im nächsten Schritt ein Prototyp gebaut und damit die Funktionsweise demonstriert werden.

Schulpreis. ATSS: Rechtzeitiges Erkennen und Verhindern von Verschlammung in Stauseen für nachhaltige Stromerzeugung

Verschlammung beschränkt das Wasservolumen und damit die Möglichkeit zur Stromerzeugung. ATSS erfasst autonom und mobil relevante Daten von stehenden Gewässern um die Verschlammung frühzeitig zu erkennen und verhindern zu können.

3.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Egon Veit

Als Reaktion auf den Klimawandel und steigende Temperaturen werden nachhaltige Methoden zur Energieerzeugung wie beispielsweise Stauseen stark ausgebaut. Ein Nachteil der selbigen ist allerdings die Verschlammung, die das Wasservolumen und damit die Möglichkeit zur Stromerzeugung beschränkt. Wird dies nicht frühzeitig erkannt, können die Auswirkungen fatal sein.

Die im Rahmen einer Diplomarbeit entwickelte Messplattform ATSS erfasst autonom und mobil relevante Daten von stehenden Gewässern. Diese Daten werden noch während der Messung an eine selbst entwickelte Software gesendet, um Tiefenkarten und Diagramme zu erstellen. Dabei ist die Lösung wesentlich kostengünstiger und umweltfreundlicher als die Vermessung mit einem Motorboot, da mehrere Messgeräte simultan verwendet werden können. Die Einsatzgebiete umschließen die Feststellung von Verschlammung in Stauseen sowie die Vermessung von kleinen Seen zu kartographischen Dokumentationszwecken. Zusätzlich zur Erstellung der Tiefenkarte können auch andere Daten wie Luft- und Wassertemperatur oder Luftfeuchtigkeit visualisiert werden.

Mit Hilfe des TUN Preises können die verbliebenen Projektkosten gedeckt werden. Zudem kann mit der Fertigung eines weiteren, serientauglichen Modells die Grundlage für die weiterführende Entwicklung geschaffen werden.