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In der Ausschreibungsrunde 2017 wurden insgesamt 61 Projekte für den T-Mobile Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds eingereicht. Folgende vier Projekte haben gewonnen:

1. Platz 2017: "BiLLiTii"

Eine App mit Spracherkennungs-Algorithmen für die Vernetzung von Menschen mit Beeinträchtigungen.

20.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Horst Eckstein

Menschen mit Beeinträchtigungen sehen sich bei der Teilnahme am öffentlichen Leben mit vielfältigen Problemen konfrontiert, für welche es nur schwer zugängliche Lösungen gibt. Das Ergebnis für Betroffene ist oftmals sozialer Rückzug und kann bis zur völligen Isolierung führen. In Österreich sind 1,34 Million Personen von einer Beeinträchtigung betroffen (Statistik Austria, 2015). Davon sehen sich ca. 271.000 Personen mit schwerwiegenden Einschränkungen konfrontiert.

Das Projekt „BiLLiTii“ möchte diese Lücke mittels Handy-App schließen und verfolgt das Ziel, durch den innovativen Einsatz mobiler Technologie Lösungen für alltägliche Herausforderungen zu bieten. Der User stellt eine Frage, die durch einen selbstlernenden Algorithmus an Personen mit ähnlichen Bedürfnissen und Interessen weitergeleitet wird. Dadurch entsteht Vernetzung und ein Austausch von „Experten“ in der Region und darüber hinaus. Die App basiert auf moderner Chat-Technologie und bedient sich Spracherkennungs-Algorithmen, um Informationen auch über einen Chat-Bot vorschlagen zu können. BiLLiTii ermöglicht damit erstmals, eine persönliche Lösung einer großen Anzahl von betroffenen Menschen zugänglich zu machen.

Mithilfe des TUN-Fonds kann im nächsten Schritt ein Web- und App-Interface entwickelt werden.

2. Platz 2017: "BrailleMobile"

Ein innovatives Braille-Display für die Hosentasche.

15.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von István Deák

Lese- und Schreibkenntnisse sind für den Zugang zum Arbeitsmarkt sehr wichtig, die Informationsgesellschaft ohne geschriebene Kommunikation undenkbar. Blinde Personen ohne gute Kenntnis der Blindenschrift (Braille) sind besonders betroffen. Nachteilig bei verfügbaren Braille-Displays sind ihr hoher Preis und die Größe, wenn mehr als 20 Buchstaben dargestellt werden. Viele blinde Menschen weichen daher auf Sprachausgabe von Texten aus und Braille-Kompetenz nimmt stetig ab.

Das Projekt „BrailleMobile“ entwickelt deshalb ein Braille-Display, das leistbar ist, in die Hosentasche passt und durch stetigen Gebrauch Braille wieder attraktiv machen soll. Die innovative Lösung sieht vor, dass die Braille-Schrift auf der Innenseite einer Trommel liegt. Während der Lesefinger innen ruht, wird die Trommel in Rotation versetzt. So können beliebig lange Zeilen gelesen werden. Durch Modularität und geringere Zahl beweglicher Teile als bei herkömmlichen Braille-Geräten kann ein Smartphone-ähnlicher Preis erzielt werden. Die Lösung ist robuster und bevorzugt auch für Kinder ab der Vorschule geeignet.

Mit dem TUN-Fonds Preisgeld werden User-Tests durchgeführt und Hardware-Komponenten zur Entwicklung und Produktion von BrailleMobile angeschafft.

3. Platz 2017: "Mobil Gutes TUN für Obdachlose"

Eine Software-Lösung zum optimierten Einsatz des Kältetelefons der Caritas.

12.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Julia Sonnleitner und Martin Haiderer

Hunderte Obdachlose schlafen im Freien, weil sie Hilfsangebote nicht kennen oder nicht in Anspruch nehmen (können). Die Caritas Wien hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen unbürokratisch Hilfe anzubieten und sie vor der Kälte und deren tragischen Folgen zu schützen. Dazu wurde das „Kältetelefon“ geschaffen, bei dem Informationen über Bedürftige im öffentlichen Raum gesammelt werden. Dank dieser Information können SozialarbeiterInnen die Betroffenen rasch aufsuchen, beraten und in Notquartiere bringen. Allein im letzten Winter wurden über 4.600 Meldungen verzeichnet. Die große Menge an Information kann jedoch kaum verarbeitet werden. Es kommt zu Wartezeiten und Doppelmeldungen, wobei wertvolle Zeit verlorengeht.

Das Projekt „Mobil Gutes TUN für Obdachlose“ setzt daher auf eine innovative Software-Lösung, die Meldungen koordinieren, Daten verarbeiten und Einsätze der StreetworkerInnen optimieren soll. Die Bevölkerung wird somit eine direkte Möglichkeit haben, Informationen zusätzlich mittels Website oder mobiler App einzutragen. Die MitarbeiterInnen des Kontaktcenters planen mit den gesammelten Datensätzen sinnvolle Routen und Maßnahmen. Durch diese Innovation gelingt es, direkte und rasche Hilfe dort einzusetzen, wo der Bedarf gerade am größten ist.

Das TUN-Fonds-Preisgeld ermöglicht die Entwicklung der beschriebenen Software-Lösung für das „Kältetelefon“.

Schulpreis 2017: "EMEL"

Eine Lernplattform zur bewussten und reflektierten Wahrnehmung der Umwelt für Kinder, des Bildungs-und Forschungsvereins Umblick, vergeben.

3.000 Euro TUN-Fördergeld
Projekt eingereicht von Bianca Köck

Besonders Kinder und Jugendliche verbringen immer weniger Zeit in der Natur und haben somit auch keinen Bezug zu dieser. Es ist schwierig Verhaltensweisen zu ändern, bei denen man nicht unmittelbar mit einer Auswirkung konfrontiert wird.

Das Schulprojekt „EMEL“ will Jugendliche durch die Nutzung von Smartphones heranführen, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen, positive Emotionen zur Natur in ihrer Umgebung zu wecken und ihre Verhaltensmuster zu reflektieren. Lehrkräfte können aus verschiedensten Themengebieten und Materialien, passend zum Lehrstoff im naturwissenschaftlichen Bereich, auswählen. Individuelles Lernen soll durch die Verschiedenheit der Unterlagen und Aufgabenstellungen erleichtert werden. Das Herzstück von EMEL ist die App, mit der Schülerinnen und Schüler Missionen zu Hause und in der Natur erledigen.

Der TUN-Fonds ermöglicht einen Teil der Erstellung der Lernplattform und Programmierung der App.